Dezentrale Warmwassererzeugung mit Durchlauferhitzern

Durchlauferhitzer kennt jeder. Es sind die rechteckigen Kästen die in vielen Badezimmern hängen und dafür sorgen, dass wir warmes Wasser zum Duschen, Baden oder Händewaschen zur Verfügung haben. Bei Durchlauferhitzern erfolgt keine Vorratshaltung in Form eines Warmwasserspeichers oder Boilers, sondern das Wasser wird an Ort und Stelle quasi “just in time” erhitzt. Das eigentliche Gerät braucht man dafür nicht Einschalten – Die Steuerung übernimmt die Armatur bzw. der Wasserhahn am Waschbecken oder Badewanne. Dreht man diesen auf und wählt warmes Wasser, schaltet sich der Durchlauferhitzer ein und beginnt das einströmende Wasser zu erhitzen. Die Einschaltung des Durchlauferhitzers kann durch zwei unterschiedliche Arten erfolgen:

Kleine Wasserturbine (Elektrischer Durchlauferhitzer)
Sobald sich der Wasserdurchfluss erhöht, treibt dies die im Durchlauferhitzer integrierte kleine Wasserturbine an, und signalisiert so dem Gerät, dass das Aufheizen gestartet werden soll. Sobald der Wasserhahn wieder abgedreht wird, stoppt der Wasserfluss und der Durchlauferhitzer, schaltet das Heizelement ab.

Wasserschalter (Hydraulischer Durchlauferhitzer)
Über einen Wasserschalter wird ein sogenannter Differenzdruch erzeugt, der das Heizelement einschaltet. Bemerkbar und bekannt ist dies durch ein “Klacken” im Gerät. Fast jeder von uns hat dieses Geräusch bewusst oder unbewusst schon einmal wahrgenommen.

Wozu dient die Temparatur-Einstellmöglichkeit am Gerät?

Ein Durchlauferhitzer verrichtet seine Arbeit ja vollkommen selbstständig, aber es gibt meist trotzdem noch eine Einstellmöglichkeit in Form eines Drehschalters oder bei modernen Modellen auch eine Digitalanzeige. Doch wofür ist dies eigentlich gut? – Man reguliert doch die Temperatur über die Armatur. Sinnvoll ist die Einstellmöglichkeit am Gerät zum Beispiel, wenn man nur die Händewaschen möchte. Man kann den Wasserhahn voll aufdrehen ohne sich gleich die Hände zu verbrennen. Ein weiteres Szenario ist, Kinder vor zu heißem Wasser zu schützen. Diese drehen in Unachtsamkeit meist den Hahn voll auf und halten dann sofort die Hände in den heißen Wasserstrahl. Weiterhin lässt sich auch beispielsweise die Temperatur bei einm Erkältungsbad exakt auf 38 Grad einstellen und die Kontrolle mit einem separaten Thermometer entfällt.

Wann lohnt sich der Einsatz von Durchlauferhitzern?

Klar ist, dass Durchlauferhitzer das Wasser mit Strom erzeugen und dies im Vergleich mit anderen Arten der Warmwasserezeugung nicht die günstigste Variante ist. Bei einem Vergleich sollte man aber auch immer die benötige Menge an warmen Wasser und evtl. anfallende Kosten für die Rohrverlegung hin zu einen zentralen Warmwasserspeicher berücksichtigen. Dies bedeutet, dass sich bspw. im Gäste-WC oder der Küche, wo in der Regel nicht viel Wasser benötigt wird, ein Durchlauferhitzer schnell rechnen kann. Bekannte Hersteller sind z.B. Siemens, AEG oder Stiebel Eltron.